Harlekin, 1989, Acryl auf Karton, 42 x 60 cm signiert

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Seit der Wende unterstützte und förderte das Mauermuseum – Museum Haus am Checkpoint Charlie die 1985 von dem Herausgeber und Lyriker Maximilian Barck gegründete ehemals Ostberliner Künstlergruppe „Herzattacke“. Zu ihr gehörte bis zu seinem frühen Tod im Jahr 2006 der 1960 in Magdeburg geborene international renommierte Maler und Grafiker Thomas Helmut Weber, dessen Werke aus unserer Sammlung wir zum Erwerb anbieten.

Beschreibung

Vor 34 Jahren gründete der Herausgeber und Lyriker Maximilian Barck im Ostteil Berlins mitFreunden die Künstlergruppe „HERZATTACKE“. Ihr Programm war Lyrik, Prosatexte und literarische Essays in Verbindung mit originalgrafischen Werken zu publizieren, ohne sich von der Zensur des damaligen Staates einschränken zu lassen. Damit setzte die Künstlergruppe am Anfang ihrer gemeinsamen Arbeit ein Zeichen gegen den überbordenden Einfluss eines indoktrinierenden Staates und beharrte mit subversivem Agieren auf Eigenständigkeit. Wie auch bei anderen inoffiziellen Publikationsprojekten in der ehemaligen DDR wurden Wege gefunden, über nicht für jeden DDR-Bürgerzugängliche Kopiergeräte Exemplare der Zeitschriften zu vervielfältigen. Die Originale der Grafiken fertigten die beteiligten Künstler jeweils individuell an. Jedes Exemplar einer Zeitschrift wurde in Privatwohnungen von Mitgliedern des Vereins zusammengestellt, die damit das Projekt durch Bereitstellung ihrer persönlichen Räume mutig unterstützten.

Nach dem Fall der Mauer führte die Künstlergruppe ihre Arbeit unter neuen Bedingungen kontinuierlich weiter. Dies ist vor allem dem Gründer Maximilian Barck zu danken, der unbeirrt an der Herausgabe der Zeitschrift „Herzattacke“ und der Edition von bibliophilen Einzelbüchern in limitierter Auflage festhielt, während andere Künstlergruppen der ehemaligen DDR solche Publikationen nach 1989 einstellten. Begünstigt wurde die Kontinuität dieser Arbeitsweise durch die Unterstützung zweier privater Sponsoren die den Wert des Projekts erkannten. Sie ermöglichten es dem Verein, umfangreiche Tätigkeiten zu entfalten. So wurden neben der Literatur- und Kunstzeitschrift „Herzattacke“ die Editionen Maldoror und Quatre en Samisdat gegründet. Außerdem nahm der Verein einen Galeriebetrieb auf. So konnten regelmäßig Ausstellungen gezeigt und im Rahmen der Eröffnungen Lesungen durchgeführt werden.

Durch seine umfangreichen Tätigkeiten machte der Verein in der Berliner Kunstszene auf sich aufmerksam. Im Jahre 2005 wurde Maximilian Barck zudem mit dem Stomps Preis eine renommierte Anerkennung für sein Wirkenzuteil.

In den 90er Jahren hatte der Kunstverein eine Ausstellung im Bundeskanzleramt organisiert. Dadurch kam ein bis heute anhaltender freundschaftlicher Kontakt mit dem Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder zustande.

Trotz des tragischen, sehr tief einschneidenden Todes des Herausgebers wird die Literatur- und Kunstzeitschrift erfolgreich weitergeführt. Insbesondere die Tätigkeit der Redaktion, in der nun Heike Willingham, Markus Metke und Simone Katrin Paul sowie Malte Barck die Arbeit im Sinne des Herausgebers fortführen bzw. konzeptuell weiterentwickeln, wird perspektivisch den Fortbestand der Künstlerprojekte garantieren.