Kampfgruppe gegen die Unmenschlichkeit
Ich liebe die Freiheit mehr als mein Leben!
Auf einer Veranstaltung unter der Devise „Nichtstun ist Mord“ am 17. Oktober 1948 im West-Berliner Titaniapalast kündigte Dr. Rainer Hildebrandt die Gründung der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU) an: „Ich habe eine Erklärung abzugeben: Ausgehend von Kreisen der Berliner Jugend wurde beschlossen, eine Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit zu gründen. Diese Kampfgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, systematisch den zahllosen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nachzugehen … Eine Gewissheit sollen wenigstens die Leidenden und Sterbenden haben: Dass die Welt von ihrer Todesnot erfährt.“
„Es geht um Weltentscheidungen der Menschlichkeit… Nichts wird uns geschenkt werden.“, Dr. Rainer Hildebrandt
Seine Wohnung in Nikolassee wurde zu einer Anlaufstelle für Verfolgte und Heimkehrer aus der Haft. Sie berichteten über die Haftbedingungen in den sowjetischen Speziallagern und brachten Lebenszeichen von Vermissten. Mit diesen Informationen arbeitete der von Rainer Hildebrandt organisierte Suchdienst nach politischen Gefangenen.
Staatsfeind Nummer 1
Das Engagement des Leiters der KgU schuf Vertrauen in weiten Kreisen der Sowjetischen Besatzungszone und gewann Sympathie bei der West-Berliner Bevölkerung. Sein Sprechzimmer war überfüllt mit Verzweifelten, die nach Hilfe suchten.
Wieder und wieder schlug Rainer Hildebrandt in der Presse Alarm und wurde zum Feind Nummer 1 für die DDR. Drei Entführungsversuche – einer wäre fast gelungen – wurden von der Stasi unternommen, um ihn zu beseitigen. Dessen ungeachtet setzte er seine Tätigkeit fort.

